Raus aus dem goldenen Käfig
Warum immer mehr Kundenberater den Mut zum Wechsel finden – und weshalb es sich lohnt, die eigene Situation ehrlich zu hinterfragen.
Wer aktuell mit KundenberaterInnen im Schweizer Private Banking spricht, stellt fest: Die Unzufriedenheit ist vielerorts spürbar. Die jüngsten Berichte über Abgänge bei Grossbanken mögen Schlagzeilen machen, doch das Phänomen beschränkt sich längst nicht auf einzelne Institute. Auch bei Kantonalbanken, vereinzelten Privatbanken und internationalen Häusern hören wir immer wieder dieselben Aussagen:
„Eigentlich macht mir der Beruf noch Freude, aber das Umfeld stimmt nicht mehr.“
„Ich fühle mich zunehmend fremdbestimmt.“
„Ich kann mich nicht wie gewünscht meinen Kunden widmen.“
„Ich habe mich an die Situation gewöhnt, obwohl ich längst nicht mehr glücklich bin.“
Viele Relationship Manager befinden sich in einem klassischen goldenen Käfig.
Die Komfortzone wird oft überschätzt
Ein attraktives Salär, langjährige Kundenbeziehungen und ein bekannter Arbeitgeber schaffen vermeintliche Sicherheit. Sicherheit ist wichtig. Doch sie kann auch dazu führen, dass man über Jahre hinweg in einer Situation verharrt, die weder den eigenen Vorstellungen noch den persönlichen Stärken entspricht. Zudem nahm und nimmt die Jobsicherheit bei grösseren Banken ab.
Besonders im Wealth Management beobachten wir häufig, dass KundenberaterInnen die Nachteile ihrer aktuellen Situation ausblenden und die Risiken eines Wechsels überschätzen. Die Frage lautet jedoch nicht, ob ein Stellenwechsel Risiken birgt. Die Frage lautet vielmehr:
Welches Risiko ist grösser – der Schritt in eine neue Zukunft oder weitere fünf bis zehn oder noch mehr Jahre in einem Umfeld zu verbringen, in welchem die Freude fehlt und das nicht mehr zu den eigenen Erwartungen passt?
Die Branche bietet heute viele Möglichkeiten
Es gibt Institute mit unternehmerischer Kultur, moderne Privatbanken mit kurzen Entscheidungswegen, spezialisierte Boutiquen, unabhängige Vermögensverwalter oder internationale Häuser mit attraktiven Wachstumsperspektiven.
Nicht jedes Institut passt zu jeder Kundengruppe und zu jedem Kundenberater. Genau darin liegt jedoch die Chance. Ein erfolgreicher Wechsel basiert nicht auf dem höchsten Garantielohn oder einem möglichst grossen Sign-on-Bonus. Entscheidend ist die langfristige Übereinstimmung zwischen:
- Kundenportfolio
- Geschäftsmodell
- Unternehmenskultur
- Persönlichen Werten
- Karriereplanung
- Familiärer und privater Situation
Wer diese Faktoren sorgfältig analysiert, erhöht die Wahrscheinlichkeit, auch nach Jahren noch überzeugt von seiner Entscheidung zu sein.
«Ich bin zu alt für einen Wechsel»
Tatsächlich stellen wir fest, dass gerade erfahrene Kundenberater häufig besonders interessante Optionen haben. Viele Institute suchen heute gezielt Persönlichkeiten mit gewachsenen Kundenbeziehungen, hoher Glaubwürdigkeit und fundierter Marktkenntnis.
Auch wenn sich das Ende der beruflichen Laufbahn langsam abzeichnet, bedeutet dies nicht automatisch, die verbleibenden Jahre in einer unbefriedigenden Situation verbringen zu müssen.
Im Gegenteil.
Gerade erfahrene Relationship Manager schätzen häufig Lösungen, die mehr unternehmerische Freiheit, weniger interne Politik, mehr Kundennähe oder eine flexiblere Gestaltung des Berufsalltags ermöglichen. Die Frage sollte daher nicht lauten: „Lohnt sich ein Wechsel noch?“, sondern: „Wie möchte ich die nächsten Jahre meiner Karriere gestalten?“
Gute Wechsel beginnen lange vor der Kündigung
Die besten Karriereentscheidungen entstehen selten unter Druck.
Deshalb empfehlen wir Kundenberatern, ihre Möglichkeiten frühzeitig und unverbindlich zu prüfen. Nicht weil ein Wechsel zwingend ansteht, sondern um eine fundierte Standortbestimmung vorzunehmen.
Wie attraktiv ist mein Profil aktuell am Markt?
Welche Institute würden wirklich zu mir passen?
Welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen?
Welche Optionen habe ich überhaupt?
Oft entstehen daraus wertvolle Erkenntnisse – unabhängig davon, ob am Ende tatsächlich ein Stellenwechsel erfolgt.
Kandidatenzentrierte Beratung statt Stellenvermittlung
Bei kessler.vogler verfolgen wir seit vielen Jahren einen konsequent kandidatenzentrierten Ansatz. Wir beginnen nicht mit einer offenen Vakanz. Wir beginnen mit dem Menschen.
Gemeinsam analysieren wir die individuelle Ausgangslage, die persönlichen Ziele, das Kundenportfolio, die beruflichen Präferenzen sowie die privaten Rahmenbedingungen. Darauf aufbauend identifizieren wir jene Institute, die fachlich und menschlich am besten passen.
Dank unseres etablierten Netzwerks innerhalb des Schweizer Wealth-Management-Marktes können wir diskret erste unverbindliche Gespräche aufgleisen und Türen öffnen. Selbstverständlich erfolgen sämtliche Gespräche unter absoluter Vertraulichkeit. Auf Wunsch können erste Treffen auch in unseren Räumlichkeiten stattfinden.
Während des gesamten Prozesses begleiten wir unsere Kandidatinnen und Kandidaten als Sparringspartner, Coach und verlässlicher Ansprechpartner mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung.
Fazit
Nicht jede Unzufriedenheit erfordert einen Stellenwechsel. Aber jede Unzufriedenheit verdient eine ehrliche Analyse.
Wer noch viele Jahre im Berufsleben vor sich hat, sollte sich nicht allein aus Gewohnheit oder vermeintlicher Sicherheit an ein Umfeld binden, das nicht mehr den eigenen Vorstellungen entspricht.
Und selbst wenn die Pensionierung näher rückt als der Karrierestart: Die verbleibenden Jahre sind zu wertvoll, um sie im goldenen Käfig zu verbringen.
Manchmal beginnt eine neue berufliche Perspektive mit einem vertraulichen Gespräch.